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das Projekt Die Götter sind nicht fair, Mann!
unser eigenes Musical vom 25.-27. Nov. 2011 in der Bachgauhalle
 
das Projektdatum 25.-27. Nov. 2011
 
der Inhalt Die Bachgauhalle war drei Tage lang ausverkauft. Mehr als 2000 Zuschauer genossen am ersten Adventswochenende das fast vierstündige Götterspektakel auf dem Olymp. „Die Götter sind nicht fair, Mann!“ hieß das neue Musical des Gesangs- und Musicalensembles Songshine. Es handelte von Freundschaft, die stärker als die Macht der Götter ist. Mitwirkende waren 55 Mitglieder der Chöre Songshine und Young Voices, das 16-köpfige Songshine-Orchester und Chorleiter Oliver Zahn, der abwechselnd Chöre, Solisten und sein Orchester dirigierte – unauffällig, aber allgegenwärtig.

Schon die pompöse Eröffnungsszene nahm das Publikum mit ins Geschehen: Die ganze Götterwelt tummelt sich auf dem Olymp, über all dem thront Zeus (Stefan Ploep), als Hades (Alexander Wagner), Gott der Unterwelt, wutentbrannt hereinrumpelt und die Feierlichkeiten jäh beendet. Er ist das Lotterleben der Götter auf dem Olymp leid und schließt mit Zeus eine Wette ab. Gelingt es Hades, einen Menschen zu finden, der ein Gott sein möchte, dann darf er zu den Menschen. Fündig wird Hades im Lauf der handlung auf dem Olymp. Die Freunde Günni, Justin, Petra, Lina und Scarlett haben sich bei einer Klassenreise in den Felsgängen des Orakels von Olympia verirrt. Hades versucht sie zu entzweien. Dabei schlüpft er abwechselnd in die Rollen seiner Götterkollegen.

Beachtlich war die Zahl der Hauptrollen. Alleine 18 Götter bevölkerten den Olymp. Die weise Athene (Claudia Christ) probierte mit ihrer kühlen Sopranstimme in einem spannenden Gesangs-Duett, Klassenstreberin Petra (Sophie Stürmer) von der göttlichen Allwissenheit zu überzeugen. Dionysos (Thomas Moßbacher) hatte es auf den Partyhengst Günni (Daniel Zahn) abgesehe. Ihm zur Seite standen die schrillen Nymphen (Anja Moßbacher, Judith Hock, Lena Hock, Laura Sauer, Angelina Quinn), die für Partystimmung sorgten bis selbst die Toten aus der Unterwelt über ihre Schatten sprangen, dass die Fetzen flogen.

Orpheus (Florian Keith) mit seinem jungen sirrenden Sirenenheer (Anna-Maria Hock, Paulina Hohm, Theresa Imhof, Yvonne Vogel) versuchte Scarlett mit dem Versprechen zu locken, aus ihr einen Star zu machen. Eindrucksvoll verwandelte Lea Rohm sich vom quieksenden, regelmäßig in „Wolfsgeheul“ ausbrechenden Starlet zum echten Star mit ausgereifter Stimme. Auch die ängstliche Lina (Hanna Heeg) machte eine Verwandlung durch. Nachdem sie vom Zaubertrunk genascht hatte, wurde sie zur Kriegerin und rief umgehend Ares – köstlich jämmerlich gespielt von Matthias Staab – und sein Heer auf den Plan. Ihr Lied „Mein neues Leben“ ging unter die Haut.

Anna Müller verkörperte – schauspielerisch und gesangstechnisch herausragend – die schöne Aphrodite, die mit ihren weiblichen Reizen vergeblich versuchte, Justin (Matthias Wolf) zu verführen. Dagegen wirkte der starke Herkules (Michael Hohm) eher wie ein Hänfling, allerdings mit toller Stimme, wie er in „Highway to Hell“ hören lies.

Um die Stimmung unter den Toten aufzuheizen, gab auch Elvis (Henry Klug) ein Stelldichein, ließ seine tiefe Stimme erklingen und brachte – fast wie zu Lebzeiten – das Publikum in Rage.

Von Vorstellung zu Vorstellung wuchs die Spielfreude von Matthias Wolf und Daniel Zahn. Ihre spontanen Gags im Ploimer O-Ton ließen das Publikum immer wieder aufjohlen und die beiden „Ploimer Jungs“ umso authentischer erscheinen. Ein himmlisches Vergnügen bereitete den Zuschauern auch das „Orakel von Äistem“: Christina Kehrer, allen bekannt als die Empfangsdame im Rathaus.

Aufwändige Kostüme und eine stimmige Choreografie zeigte das Ensemble vor allem beim Einmarsch der Krieger mit dem Lied „Bis zum Sieg“ zur Melodie von „Voulez Vouz“ und beim Tanz der Toten aus der Unterwelt zu Orffs Carmina Burana. Allein das Gewand des Zeremonienmeisters (Thorsten Peter) verbrauchte mehr als zehn Meter Stoff! Über den „Highway to Hell“ verließ Hades schließlich – nach drei Tagen Show – jämmerlich krächzend die Bühne. Um die Bühnenshow in Szene zu setzen, hatte die Technik sich einiges einfallen lassen. Aus Platzmangel verschwand der Chor zeitweise in der „Black Box“, einem Nebenraum, und wurde live übertragen. Zwei Leinwände waren als himmlische Nebenschauplätze mit im Spiel. Lichtblitze, Donnergrollen, Flammenwerfer und Kunstnebel untermalten das Geschehen – zumindest so lange, bis am Sonntag der Feueralarm ausgelöst wurde. Alleine der Tontechniker schaltete bis zu 76 Kanäle gleichzeitig.

Das gigantische Musical-Projekt begann vor zwei Jahren. Die Chormitglieder selbst haben Skript, Liedtexte, Choreographie und Dramaturgie, ebenso Kostüme und Accessoires zusammen erarbeitet, entworfen und umgesetzt.

Standing Ovations und tosenden Applaus gab es für Chorleiter Oliver Zahn, der sich mit diesem Musical vom Chor verabschiedete, den er gegründet, aufgebaut und 15 Jahre geleitet hatte. Er übergab dem neuen Chorleiter Patrick Lagerpusch symbolisch den Schlüssel zu Songshine und verabschiedete sich mit dem Lied „Ihr wart mein Leben“. Dem bewegten Chor fiel der Abschied von seinem „Mister Songshine“ sichtlich schwer. Die Mitglieder des Ensembles standen auf der Bühne zusammen und trösteten sich gegenseitig – wie Freunde das eben tun.
 
Infos zum Artikel der Artikel wurde am 03.03.2012 von Petra Kriechel geschrieben